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Tennis-Club SCC | News

Herren 40 schlagen Alster

Christopher Blömeke, Andreas Strauchmann, Burkhard Scholz, Philipp Fischer, Magnus Larsson, Thomas Enqvist. Unten Sascha Plambeck, Jens Thron.Schon vor knapp einem Jahr war bei der Planung des Herren 40 Teams und der Festlegung der Ziele klar, dass der Weg in die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft der Herren 40 wahrscheinlich an einem Spiel hängen würde:

TC SCC gegen den Club an der Alster, gespickt mit ehemaligen Weltranglistenspielern und deutschen Top-Spielern. Und so kam es tatsächlich am 20. Juni zum entscheidenden Spiel.

Dass wir nach Hamburg mussten, war zunächst schon einmal nicht ganz optimal, die stürmischen Bedingungen in Hamburg taten ihr Übriges.

Aber egal, beide Mannschaften traten in absoluter Bestbesetzung an, wie es sich für so ein "Finale" gehört.

Nach dem Einspielen kamen die ersten Hamburger Kinder auf Thomas Enqvist zu, um ihn zu fragen, ob er mit ihnen Tennis spielen würde. Jeder andere hätte vermutlich gesagt, jetzt nicht, ich muss gleich ein wichtiges Match spielen. Nicht so Thomas. 5 Minuten später hauten 10 kreischende, begeisterte Hamburger Jungs Thomas die Bälle um die Ohren. Die ersten großen Gewinner des Tages standen fest...

Doch dann wurde es ernst: Aus der ersten Runde erhofften wir uns insgeheim mindestens zwei Punkte, da vor allem der Gegner von Sascha Plambeck an Position Sechs als schlagbar galt. Magnus Larsson hatte dagegen mit dem ehemaligen Weltranglistenspieler und "Sandplatzwühler" Lopez-Moron eine ganz harte Nuss vor sich, während Jens Thron auf Udo Riglewski traf.

Sascha machte seiner Favoritenrolle mehr als alle Ehre. Nach gefühlten 30 Minuten wurden Hände geschüttelt: 6:0, 6:0. Magnus dagegen hatte zwar Chancen im ersten Satz, doch sein Gegner war einfach zu stark: 4:6, 2:6. Bei Jens lief es zu Beginn ebenfalls schlecht. Mit 2:6 verlor er, sichtlich nervös, den ersten Satz gegen einen routiniert und stark spielenden Riglewski, der aber dann zusehends ab- und Fehler in sein Spiel einbaute. Es kam zu einem intensiven Fight im Match-Tiebreak, den schließlich der SCC'er mit 10:8 für sich entscheiden konnte. Den Jubelschrei von Jens hörte man bis zur Reeperbahn, als kleine Ankündigung für den späteren Abend...

In der zweiten Runde kam es zum Mega-Match Jörn Renzenbrink gegen Thomas Enqvist. Beide spielten trotz Sturm auf höchstem Niveau, doch Thomas war einfach zu stark und gewann höchst verdient 6:2 und 6:4. Ähnliches gelang Andreas Strauchmann in einem intensiven und spannenden Kampf gegen Alexander von Hugo 7:5 und 6:3.

Es stand nun 4:1, und auch Christopher Blömeke, unser Vizeweltmeister, spielte gegen Matthias Boelsen ein ganz starkes Match, führte 6:4 und 4:2, 40:30. Die Bierchen waren bestellt, alles fieberte mit Blömi. Doch mit anschwellender Zuschauerzahl am Platz schwoll auch der Arm von Blömi an. Etwas verkrampfter, vor allem die Wade trotz Thrombosestrümpfen ;-), verlor er ein wenig den Faden und am Ende Tiebreak (5:7) und Match-Tiebreak (8:10) äußerst unglücklich.

Bereits vor den Einzeln war uns klar, dass es in den Doppeln schwer werden würde. Nicht etwa, weil wir selbst keine Doppel spielen könnten, aber gegen ehemalige Wetranglisten-Sechste im Doppel, alle gefühlte 2,20m groß, sollte die Aufstellung klug gewählt werden. Wir entschieden uns für die 7er Variante mit Enqvist/Plambeck im zweiten Doppel und Larsson/Scholz im dritten Doppel (Blömi ging verletzt raus). Strauchmann und Thron sollten da eher im ersten Doppel "geopfert" werden.

Doch es lief überhaupt nicht. Alle drei Doppel verloren den ersten Satz. Captain Philipp Fischers Gesichtsfarbe wechselte von rosa auf weiß-grün.

Plötzlich passierte im ersten Doppel ein kleines Wunder. Gegen Renzenbrink/Riglewski eigentlich hoffend, dass die anderen die Kartoffeln aus dem Feuer holen, rissen Strauchi und Thronsen das Ruder herum, glaubten endlich an ihre eigene Stärke und glichen im zweiten Satz ein frühes Break wieder aus. Schließlich breakten sie Udo Riglewski beim Stande von 6:5 zum Satzgewinn: Match-Tiebreak!

Hier wuchsen die SCC'er nun endgültig über sich hinaus. Der eine wusste beim Matchball gar nicht mehr, wie es steht, der andere produzierte vor Aufregung den dämlichsten Doppelfehler des Jahrzehnts, doch egal; die meisten Punkte erkämpften sich die Beiden und fielen sich nach einem letzten Vorhand-Slice longline vorbei an Renzenbrink zum 10:8 in die Arme, gefolgt von dem inzwischen knallrot angelaufenen Captain Fischer und Teamleader Blömeke.

Der fünfte Punkt war da und mit ihm die Sicherheit, das Finale um die Deutsche Meisterschaft am 5./6. September im TC SCC ausrichten zu können.

Die beiden anderen Doppel kämpften ebenfalls bravourös weiter, und Enqvist/Plambeck holten schließlich auch noch den sechsten Punkt mit 10:7 im Match Tiebreak, der das Ganze etwas komfortabler aussehen ließ.

Um 21 Uhr fand man sich zum Essen ein, Thomas und Magnus schon zu diesem Zeitpunkt kaum noch in der Lage, den Abend in anderen Lokalitäten fortzusetzen. Am Ende tanzten und sangen bzw. schrien nur noch drei Verrückte SCC'er um 4 Uhr in der "Hamburger Alm" auf der Reeperbahn zu Andreas Bouhranis "Ein Hoch auf Uns".

Dem ist nur noch hinzuzufügen, dass am darauffolgenden Sonnabend die Alkoholfahnen verflogen waren, als mit einem ungefährdeten 8:1 Sieg über Viktoria Hamburg der Einzug in die Endrunde endgültig perfekt gemacht wurde.

Und last but not least: Ein Hoch auf unseren Captain Fischer, der uns das alles erst möglich machte und insbesondere auch auf die SCC'er Michael Stensch, Matthias Fischer, Ralf Boberg, Andreas Reiberg, Christian Feldhaus, Jaska Krüger, Ragnar Geerdts, Sascha Schoenheit, Janine Scheonheit, Birgit Plambeck, Hartmut von Wysocki und Mario Jobst. Sensationell, wie ihr uns in Hamburg ein Heimspiel beschert habt. Das war möglicherweise das Zünglein an der Waage für den Sieg. Ich hoffe, ich habe keinen vergessen, bin noch immer etwas aufgeregt ;-)